# derouet-rgpd-revision-discrete-digital-omnibus-2025-11-13

## Veille

DSGVO-Revision durch Digital Omnibus: Neudefinition sensibler Daten, erweitertes berechtigtes Interesse, geschwächte individuelle Rechte. Auswirkungen auf Data Governance und KI. IT for Business, europäische Regulierungsuntersuchung.

## Titre Article

Enquête : la révision discrète du RGPD – qui y gagne, qui y perd ?

## Date

2025-11-13

## URL

https://www.itforbusiness.fr/enquete-la-revision-discrete-du-rgpd-qui-y-gagne-qui-y-perd-96974

## Keywords

DSGVO, sensible Daten, Datenschutz, künstliche Intelligenz, Digital Omnibus, digitale Governance, berechtigtes Interesse, Verhaltensprofiling

## Authors

Thierry Derouet

## Ton

**Profil:** Investigativer Journalismus | Analytische dritte Person | Kritisches und engagiertes Register | Mittleres Niveau (rechtlich/regulatorisch)

Investigativer Artikel aus der spezialisierten IT-Presse, strukturiert um ein Raster von „Gewinnern und Verlierern“. Der Ton ist kritisch und alarmierend: Das Digital-Omnibus-Projekt wird als „stille Revision“ mit erheblichen Konsequenzen dargestellt, gestützt auf die Analyse der geänderten DSGVO-Artikel und Expertenzitate (Max Schrems). Juristisches Vokabular, zugänglich gemacht für ein Publikum von IT-Entscheidungsträgern, Datenschutzbeauftragten und Compliance-Verantwortlichen. Der Autor nimmt eine politische Lesart der Herausforderungen vor (europäische Souveränität, Tech-Lobbying), bleibt dabei aber sachlich beim Inhalt des Textes.

## Pense-betes

- **Neudefinition sensibler Daten (Art. 9)**: „direkt offenbart“ schließt schwache Signale (Schlaf, Stress, Mobilität) vom erweiterten Schutz aus → strategische Herabstufung für KI
- **Erweitertes berechtigtes Interesse (Art. 6)**: Optimierung, Anomalieerkennung, Modellverbesserung nun ohne ausdrückliche Einwilligung erlaubt
- **Eingeschränkte individuelle Rechte**: Kriterium der „offensichtlichen Unverhältnismäßigkeit“ erweitert die Gründe zur Ablehnung von Auskunft/Berichtigung/Löschung ohne klare Definition
- **ENISA-Zentralisierung**: Übertragung von Befugnissen von nationalen Behörden auf eine technische Cybersicherheitsagentur
- **Gewinner**: große Plattformen, KI-Akteure, industriefreundliche Staaten
- **Verlierer**: Bürger, KMU, Datenschutzbeauftragte, nationale Schutzbehörden
- **Max Schrems**: „Tod durch tausend Schnitte“ – kumulative Aushöhlung ohne mediales Aufsehen
- **Kontext**: US-Druck und Tech-Lobbying, Abkehr von der europäischen Grundrechte-Eigenständigkeit
- **156-seitiges Projekt**: Digital Omnibus als „Vereinfachung“ präsentiert, schreibt aber die DSGVO-Grundlagen neu
- **Kritische schwache Signale**: Mobilität, Herzfrequenz, Verhaltensmuster speisen prädiktives KI-Profiling

## RésuméDe400mots

Als „Vereinfachung“ präsentiert, schreibt das 156-seitige Digital-Omnibus-Projekt die Grundlagen der DSGVO mit erheblichen Auswirkungen auf Data Governance und KI neu. Die entscheidendste Änderung betrifft Artikel 9 zu sensiblen Daten: Indem der Schutz auf Daten beschränkt wird, die eine Pathologie „direkt offenbaren“, stuft der Text alle indirekten Indikatoren (Mobilität, Herzfrequenz, Schlafmuster, Verhaltensstress) in das weniger schützende allgemeine Regime herab.

Diese Neueinstufung ist strategisch, da genau diese schwachen Signale prädiktives Gesundheitsprofiling und das Training von KI-Modellen ohne Einwilligung speisen. Das Dokument erweitert zudem das berechtigte Interesse (Artikel 6) auf Optimierung, Anomalieerkennung und die Verbesserung von KI-Modellen, wodurch die Einwilligung für viele Verwendungszwecke weniger zentral wird.

Grundlegende individuelle Rechte (Auskunft, Berichtigung, Löschung) würden durch ein Kriterium der „offensichtlichen Unverhältnismäßigkeit“ ohne klare Definition eingeschränkt, was Unternehmen mehr Spielraum gibt, Anfragen von Bürgern abzulehnen. In Bezug auf die Governance würde ENISA (die Cybersicherheitsagentur) Befugnisse übernehmen, die zuvor von nationalen Datenschutzbehörden ausgeübt wurden, wodurch die rechtliche Auslegung auf eine technische Institution zentralisiert und die lokale Nuancierung reduziert wird.

Dieses Projekt reagiert kontextuell auf amerikanische Kritik und den Druck von Tech-Giganten. Es symbolisiert eine stille Abkehr von der europäischen Eigenständigkeit, die die Grundrechte in den Mittelpunkt der digitalen Regulierung stellte, zugunsten einer wettbewerbsorientierten Angleichung. Die Gewinner sind klar identifiziert: große Tech-Plattformen, Akteure der generativen KI und Industriestaaten, die regulatorische Zwänge lockern wollen.

Die Verlierer sind zahlreich: Bürger, deren Rechte anfechtbar werden, KMU, die mit einem unklaren Rechtsrahmen konfrontiert sind, Datenschutzbeauftragte (DPOs) mit geschwächten Mandaten und nationale Behörden, denen Befugnisse entzogen werden.

Nach Ansicht von Max Schrems und anderer Datenschutzexperten stellt diese Revision einen „Tod durch tausend Schnitte“ dar: Jede isolierte Änderung erscheint technisch und geringfügig, doch kumulativ höhlen sie den schützenden Geist der DSGVO ohne mediales Aufsehen oder öffentliche Debatte aus.

Die politische Frage geht über den Text selbst hinaus: Entscheidet sich Europa dafür, seine Position als Beschützer der digitalen Grundrechte beizubehalten, oder passt es sich dem amerikanischen Modell maximaler Datenausbeutung an? Für AI4Data und KI-Governance sind diese Änderungen kritisch: Sie schwächen den europäischen Rahmen, der genau das Unterscheidungsmerkmal und den vertrauensbasierten Wettbewerbsvorteil darstellte.

## GrapheDeConnaissance

- Digital Omnibus —remplace→ RGPD (CONCEPT, 0.95)
- Digital Omnibus —affine→ données sensibles (Art. 9) (CONCEPT, 0.95)
- Digital Omnibus —affine→ intérêt légitime (Art. 6) (CONCEPT, 0.92)
- Digital Omnibus —réduit→ droits individuels (CONCEPT, 0.9)
- ENISA —remplace→ autorités nationales de protection des données (ORGANISATION, 0.88)
- Max Schrems —s_oppose_à→ révision RGPD (EVENEMENT, 0.92)
- Max Schrems —affirme_que→ « mort par mille coupes » (CITATION, 0.9)
- révision RGPD —améliore→ position des grandes plateformes tech (CONCEPT, 0.88)
- Thierry Derouet —publie→ enquête révision RGPD (EVENEMENT, 0.95)
- signaux faibles —permet→ profilage prédictif IA (CONCEPT, 0.88)
- révision RGPD —réduit→ protection données européenne (CONCEPT, 0.9)

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Canonical: https://www.thekb.eu/de/fiches/derouet-rgpd-revision-discrete-digital-omnibus-2025-11-13/
