# kerr-folly-rewarding-a-hoping-b-academy-management-1975-12

## Veille

Fehlfunktion organisationaler Anreizsysteme — Fehlausrichtung von Anreizen und Zielen — Organisationsverhalten — Academy of Management Journal

## Titre Article

On the Folly of Rewarding A, While Hoping for B

## Date

1975-12

## URL

https://www.ou.edu/russell/UGcomp/Kerr.pdf

## Keywords

Anreizsysteme, Fehlausrichtung von Anreizen, Organisationsverhalten, Torheit, rewarding A while hoping for B, objektive Kriterien, Verhaltenssichtbarkeit, organisationale Heuchelei, Politik, Krieg, Medizin, Universitäten, Waisenhäuser, Management, Motivation, Typ-I-Fehler, Typ-II-Fehler, Steven Kerr, Academy of Management

## Authors

Steven Kerr

## Ton

**Profil**: Akademischer Artikel im Bereich Organisationsverhalten, analytisch-satirisches Register, mittleres bis fortgeschrittenes Niveau.

**Beschreibung**: Steven Kerr nimmt den Ton eines scharfsinnigen Beobachters ein und verbindet akademische Rigorosität mit beißender Ironie. Der Artikel geht durch die Anhäufung konkreter Beispiele aus verschiedenen Bereichen (Politik, Krieg, Medizin, Universitäten, Wirtschaft) vor, um ein systemisches Muster nachzuweisen. Der Stil ist direkt und pointiert und nutzt vergleichende Tabellen zwischen „gewünschtem Verhalten" und „tatsächlich belohntem Verhalten", um den Nachweis unwiderlegbar zu machen. Die Autorität des Autors gründet auf seiner Position als Managementforscher an der Ohio State University. Die Zielgruppe besteht aus Managementforschern, Führungskräften und HR-Verantwortlichen, die mit der Ineffizienz ihrer Anreizsysteme konfrontiert sind. Der Artikel ist zu einem essenziellen Klassiker des Organisationsverhaltens geworden, 1995 im Academy of Management Executive mit einer Aktualisierung neu aufgelegt, die den Fortbestand der identifizierten Probleme bestätigt.

## Pense-betes

- Zentrale These: Organisationen verstoßen systematisch gegen ein Grundgesetz sozialen Verhaltens, indem sie die Verhaltensweisen belohnen, die sie eigentlich unterbinden möchten, während sie diejenigen, die sie verstärken wollen, nicht belohnen
- Individuen versuchen zu erkennen, welche Tätigkeiten belohnt werden, und bemühen sich dann, diese zu erfüllen (oder deren Erfüllung vorzutäuschen), häufig unter nahezu vollständiger Vernachlässigung nicht belohnter Tätigkeiten
- **Politik**: Kandidaten äußern sich in vagen offiziellen Zielen, weil konkrete operative Ziele kontrovers sind und Wählerstimmen kosten — Wähler belohnen Vagheit und bestrafen Präzision
- **Krieg**: In Vietnam kehrten Soldaten nach einer festen Dienstzeit unabhängig vom Kriegsausgang nach Hause zurück — vollständige Fehlausrichtung zwischen dem organisationalen Ziel (Sieg) und dem individuellen Anreiz (Überleben + Rückkehr). Im Zweiten Weltkrieg kehrten die Truppen erst nach dem Sieg zurück, was die Anreize in Einklang brachte
- **Medizin**: Ärzte bevorzugen falsch-positive Befunde (Diagnose eines Gesunden als krank) gegenüber falsch-negativen Befunden (Übersehen einer Krankheit), weil das System verpasste Diagnosen strenger bestraft als unnötige Behandlungen
- **Universitäten**: behaupten, Lehre zu schätzen, belohnen bei Berufungsentscheidungen jedoch nur Publikationen — ein guter Lehrender ohne Publikationen wird abgelehnt, während ein in der Lehre mittelmäßiger Forscher aufsteigt
- **Waisenhäuser**: Ziel ist die Unterbringung von Kindern in guten Familien, doch bürokratische Regeln machen Adoptionen nahezu unmöglich — Mitarbeiter werden für das Befolgen von Verfahren belohnt, nicht für erfolgreiche Vermittlungen
- **Unternehmen**: behaupten, langfristiges Wachstum, Teamarbeit und Innovation zu wollen, belohnen aber Quartalsgewinne, individuelle Leistung und Konformität
- Kerr identifiziert **vier Grundursachen** der Fehlausrichtung: (1) Faszination für messbare „objektive" Kriterien, obwohl die eigentlichen Ziele subjektiv sind, (2) Überbetonung stark sichtbarer Verhaltensweisen zulasten weniger beobachtbarer, (3) organisationale Heuchelei (X zu wollen behaupten, während eigentlich Y gewollt wird), (4) Betonung von Moral oder Fairness statt Effizienz
- Die „Faszination für das Objektive" ist besonders tückisch: Publikationen lassen sich leichter zählen als Lehrqualität, und erzielte Körbe sind besser beobachtbar als entscheidende Vorlagen
- 1995 im Academy of Management Executive neu aufgelegter Artikel, der bestätigt, dass die 20 Jahre zuvor identifizierten Muster in öffentlichen und privaten Organisationen fortbestanden
- Dieser Text ist ein grundlegender Klassiker, der in nahezu jedem Kurs zu Organisationsverhalten und Management zitiert wird — relevant für das Verständnis, warum organisationale Transformationen (einschließlich der KI-Einführung) scheitern, wenn die Anreize nicht entsprechend angepasst werden

## RésuméDe400mots

In „On the Folly of Rewarding A, While Hoping for B" zeigt Steven Kerr, dass Organisationen systematisch den Fehler begehen, Verhaltensweisen zu belohnen, die ihren erklärten Zielen zuwiderlaufen. Seine These beruht auf einem Grundprinzip: Individuen versuchen zu erkennen, was tatsächlich belohnt wird, und bemühen sich dann, diese Tätigkeiten zu erfüllen — häufig unter nahezu vollständiger Vernachlässigung dessen, was nicht belohnt wird.

Kerr veranschaulicht dieses Muster anhand mehrerer Bereiche. In der Politik belohnen Wähler Kandidaten, die sich in vagen offiziellen Zielen äußern, und bestrafen jene, die konkrete, aber kontroverse operative Ziele vorschlagen. Im militärischen Kontext stellt er den Vietnamkrieg — bei dem Soldaten nach einer festen Dienstzeit unabhängig vom Ausgang nach Hause zurückkehrten, was ihre Anreize vollständig fehlausrichtete — dem Zweiten Weltkrieg gegenüber, bei dem die Rückkehr vom Sieg abhing und individuelle und organisationale Ziele in Einklang brachte.

In der Medizin zeigt er, dass Ärzte falsch-positive Befunde (Diagnose eines gesunden Patienten als krank) gegenüber falsch-negativen Befunden (Übersehen einer Krankheit) bevorzugen, weil das System verpasste Diagnosen weit strenger bestraft als unnötige Behandlungen. An Universitäten behaupten Institutionen, Lehre zu schätzen, belohnen bei Berufungsentscheidungen jedoch nur publizierte Forschung. In Waisenhäusern besteht das Ziel darin, Kinder in guten Familien unterzubringen, doch bürokratische Regeln machen Adoptionen nahezu unmöglich. In Unternehmen sagen Organisationen, sie wollten langfristiges Wachstum, Teamarbeit und Innovation, belohnen aber Quartalsgewinne, individuelle Leistung und Konformität.

Kerr identifiziert vier Grundursachen dieser chronischen Fehlausrichtung. Erstens verleitet die Faszination für „objektive", messbare Kriterien Organisationen dazu, wichtige, aber schwer quantifizierbare Ziele zu ignorieren. Zweitens überschattet die Überbetonung stark sichtbarer Verhaltensweisen (Veröffentlichung von Artikeln, Punkte erzielen) weniger beobachtbare, aber ebenso entscheidende Beiträge (Lehre, Aufbau von Teamgeist). Drittens organisationale Heuchelei: Manche Organisationen sind unehrlich hinsichtlich ihrer wahren Ziele. Viertens führt die Betonung von Moral oder Fairness statt Effizienz zu Anreizsystemen, die auf dem beruhen, was „geschätzt werden sollte", statt auf dem, was tatsächlich die gewünschten Ergebnisse hervorbringen würde.

1995 mit einer Aktualisierung neu aufgelegt, bestätigt der Artikel den Fortbestand dieser Muster zwanzig Jahre später. Dieser grundlegende Text bleibt einer der meistzitierten Artikel im Bereich Organisationsverhalten und behält seine volle Relevanz für jeden, der Anreizsysteme gestaltet — auch im gegenwärtigen Kontext der KI-getriebenen Transformation.

## GrapheDeConnaissance

- Steven Kerr —publie→ On the Folly of Rewarding A, While Hoping for B (DOCUMENT, 0.98)
- Steven Kerr —affirme_que→ les organisations récompensent des comportements contraires à leurs objectifs déclarés (AFFIRMATION, 0.95)
- Steven Kerr —affirme_que→ les individus accomplissent en priorité les activités réellement récompensées (AFFIRMATION, 0.95)
- Steven Kerr —affirme_que→ les universités récompensent la publication mais pas la qualité de l'enseignement (AFFIRMATION, 0.92)
- Steven Kerr —affirme_que→ le système médical punit davantage les faux négatifs que les faux positifs (AFFIRMATION, 0.9)
- Désalignement incitatif —observé_dans→ Guerre du Vietnam (EVENEMENT, 0.9)
- Alignement des incitations —observé_dans→ Seconde Guerre mondiale (EVENEMENT, 0.88)
- Fascination criteres objectifs —permet→ désalignement des systèmes de récompenses (CONCEPT, 0.9)
- Hypocrisie organisationnelle —permet→ désalignement des systèmes de récompenses (CONCEPT, 0.85)
- Steven Kerr —affirme_que→ les comportements très visibles éclipsent les contributions moins observables (AFFIRMATION, 0.88)
- Steven Kerr —affirme_que→ les entreprises récompensent les profits trimestriels et le conformisme tout en espérant croissance long terme, innovation et travail d'équipe (AFFIRMATION, 0.88)

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Canonical: https://www.thekb.eu/de/fiches/kerr-folly-rewarding-a-hoping-b-academy-management-1975-12/
