# winston-how-to-speak-mit-communication-2019-01-04

## Veille

Techniken der mündlichen Kommunikation, akademischer Vortrag, Heuristiken für wirkungsvolles Sprechen

## Titre Article

How To Speak

## Date

2019-01-04

## URL

https://www.youtube.com/watch?v=Unzc731iCUY

## Keywords

mündliche Kommunikation, Redekunst, Präsentation, öffentliches Sprechen, Heuristiken, Folien, Tafel, Bühnenrequisiten, Empowerment Promise, Cycling, verbaler Schluss, Job Talk, Beiträge, Lehren, Inspiration, Winstons Stern, MIT

## Authors

Patrick Winston

## Ton

**Profil**: Interaktiver Vortrag, informell-akademisches Register, gut zugängliches konzeptionelles Niveau.

**Beschreibung**: Winston pflegt einen warmen, entspannten professoralen Ton, durchsetzt mit reizvollen persönlichen Anekdoten (Julia Child, Skifahren in Sun Valley, ein Kloster in Serbien, eine Bar in San Diego). Der Stil ist der eines erfahrenen Lehrers, der genau das praktiziert, was er lehrt — der Vortrag selbst ist eine Demonstration der vorgestellten Techniken in Echtzeit. Der Humor ist beständig, aber nie beliebig: jede Anekdote veranschaulicht ein Prinzip. Winston spricht mit der Autorität jahrzehntelanger Erfahrung am MIT, aber ohne Herablassung. Er wendet sich regelmäßig ans Publikum, stellt Fragen und nutzt physische Requisiten (ein Fahrradrad, einen kaputten Pointer). Die Zielgruppe ist breit gefächert: Studierende, Forschende, Lehrende, Berufstätige — alle, die Ideen präsentieren müssen.

## Pense-betes

- Zentrale Formel: Qualität = f(K, P, t) — Wissen × Übung × Talent (t sehr klein). Wissen und Übung zählen weit mehr als angeborenes Talent
- Gründungsanekdote: Winston war ein besserer Skifahrer als Mary Lou Retton (Olympia-Turnerin), weil er über K und P verfügte, während sie nur T besaß
- **Eröffnung**: niemals ein Witz zu Beginn (Publikum noch nicht eingestimmt). Beginn mit einem „Empowerment Promise“ — was das Publikum am Ende wissen wird, das es zu Beginn noch nicht wusste
- **4 zentrale Heuristiken**: Cycling (3× wiederholen, 20 % gedanklich ausgestiegen), einen Zaun errichten (die eigene Idee abgrenzen), verbale Interpunktion (Orientierungspunkte zum Wiederanknüpfen), Fragen stellen (max. 7 Sekunden Stille)
- **Zeitpunkt und Ort**: 11 Uhr vormittags ist ideal (wach, nicht nach einer Mahlzeit). Ein gut beleuchteter Raum ist unerlässlich (gedämpftes Licht signalisiert Schlaf). Den Raum vorab besichtigen („case the venue“). Mindestens halb voller Saal
- **Hilfsmittel**: Tafel > Folien beim Lehren (Schreibgeschwindigkeit ≈ Aufnahmegeschwindigkeit, grafische Qualität, gibt den Händen etwas zu tun). Folien zum Präsentieren von Ideen, nicht zum Lehren
- **Requisiten**: einprägsam. Beispiele: Fahrradrad + Klebeband (Papert), Lazarus' Pendel (Energieerhaltung). Requisiten sind stets das, woran man sich erinnert
- **Empathisches Spiegeln**: Spiegelneuronen aktivieren sich beim Beobachten einer schreibenden oder ein physisches Objekt handhabenden Person — bei einer Folie unmöglich
- **Folien-Verbrechen**: zu viele Wörter, zu viele Folien, zu kleine Schrift (mindestens 40pt), überladener Hintergrund, unnötige Logos, redundanter Titel, Laserpointer (Verlust des Blickkontakts), übermäßige Dichte. Microsoft mitschuldig (erlaubt zu kleine Schriftgrößen)
- **Regel des einzigen Sprachprozessors**: Menschen können nicht gleichzeitig lesen und zuhören. Zu viel Text auf einer Folie = Publikum liest statt zuzuhören
- **Experiment**: Studierende behalten das auf der Folie Stehende besser als das vom Redner Gesagte → Folientext reduzieren
- **Hapax legomenon**: eine bewusst unlesbare Folie (Diagramm zur Komplexität Afghanistans) — nur einmal pro Vortrag erlaubt
- **Inspirieren**: Studienanfänger werden durch „du schaffst das“ inspiriert, Studierende im letzten Jahr durch „ein Problem anders sehen“, alle durch Leidenschaft. Zeigen, dass das Thema spannend ist
- **Job Talk**: 5 Minuten, um eine Vision darzulegen + zu zeigen, dass man etwas erreicht hat. Beiträge, nicht Schlussfolgerungen, auf der letzten Folie
- **Winstons Stern** (5 S): Symbol, Slogan, Surprise, Salient Idea, Story. Beispiel: Dissertation über Bögen — Symbol (Bogen), Slogan (One Shot Learning), Surprise (keine Millionen Beispiele nötig), Salient Idea (Near Miss), Story
- **Ende des Vortrags**: niemals „Danke“ sagen (eine schwache Geste, die suggeriert, das Publikum sei nur aus Höflichkeit geblieben). Alternativen: ein Segenswunsch, das Publikum grüßen, ein Witz (am Ende in Ordnung). Letzte Folie = Beiträge, nicht Mitwirkende (diese gehören auf die erste Folie)
- Politische Beispiele: Christie und Clinton enden mit „God bless you and God bless America“ — eine Schlussformel ohne „Danke“
- Katholische Konvention: „ite missa est“; Konzert: der Dirigent schüttelt dem ersten Geiger die Hand = Schlusssignal

## RésuméDe400mots

Patrick Winston, ein 2019 verstorbener Professor am MIT, präsentiert in diesem legendären Vortrag die Synthese jahrzehntelanger Lehrerfahrung zur Kunst der mündlichen Kommunikation. Seine zentrale These lautet, dass der Erfolg im Leben von drei Fähigkeiten abhängt — Sprechen, Schreiben und der Qualität der eigenen Ideen — in dieser Reihenfolge. Die Qualität der Kommunikation folgt einer einfachen Formel: Wissen × Übung × Talent, wobei Talent im Vergleich zu Wissen und Übung ein untergeordneter Faktor ist.

Winston gliedert seinen Vortrag in mehrere Blöcke. Zunächst die Eröffnung: niemals mit einem Witz beginnen (das Publikum ist noch nicht bereit), sondern mit einem „Empowerment Promise“, das benennt, was das Publikum am Ende wissen wird. Es folgen vier grundlegende Heuristiken: Cycling (dreimaliges Wiederholen, da 20 % des Publikums zu jedem Zeitpunkt abschalten), das Errichten eines „Zauns“, um die eigene Idee von anderen abzugrenzen, verbale Interpunktion (Orientierungspunkte, die es den Zuhörern erlauben, wieder anzuknüpfen), sowie das Stellen von Fragen an das Publikum (mit bis zu sieben Sekunden Stille).

Zu Zeitpunkt und Ort empfiehlt Winston 11 Uhr vormittags, maximale Beleuchtung und eine vorherige Besichtigung des Raums. Bei den Hilfsmitteln plädiert er entschieden für die Tafel beim Lehren — die Schreibgeschwindigkeit entspricht der Aufnahmegeschwindigkeit, und die Spiegelneuronen des Publikums aktivieren sich beim Anblick eines Schreibenden. Physische Requisiten sind die einprägsamsten Elemente eines Vortrags, wie Seymour Paperts Fahrradrad und Alan Lazarus' Pendel zeigen.

Zu den Folien äußert Winston eine Reihe von „Verbrechen“: zu viele Wörter, zu kleine Schriftgrößen, unnötige Logos, Laserpointer (die den Blickkontakt unterbrechen). Das menschliche Gehirn verfügt nur über einen sprachlichen Prozessor: Ist der Text auf der Folie zu dicht, liest das Publikum, statt zuzuhören.

Bei Bewerbungsvorträgen (Job Talks) stellt Winston fest, dass ein Kandidat fünf Minuten Zeit hat, um seine Vision darzulegen und zu zeigen, dass er etwas erreicht hat. Er führt „Winstons Stern“ ein — fünf Elemente, die zur besseren Einprägsamkeit alle mit S beginnen: Symbol, Slogan, Surprise (Überraschung), Salient Idea (Kernidee), Story.

Der Schluss ist entscheidend: niemals „Danke“ sagen (eine schwache Geste, die suggeriert, das Publikum sei nur aus Höflichkeit geblieben). Die letzte Folie sollte Beiträge auflisten, nicht Mitwirkende. Winston veranschaulicht dies mit Ausschnitten aus politischen Reden von Christie und Clinton, die beide statt mit einem Dank mit einem Segenswunsch enden. Der Vortrag selbst ist eine meisterhafte Demonstration jedes seiner eigenen Prinzipien.

## GrapheDeConnaissance

- Patrick Winston —recommande→ techniques de communication orale (METHODOLOGIE, 0.99)
- Patrick Winston —a_créé→ formule K×P×t (CONCEPT, 0.95)
- Patrick Winston —recommande→ Empowerment promise (METHODOLOGIE, 0.97)
- Patrick Winston —a_créé→ Étoile de Winston (CONCEPT, 0.95)
- Tableau noir —surpasse→ slides pour enseigner (TECHNOLOGIE, 0.92)
- Neurones miroirs —permet→ efficacité tableau noir et props (CONCEPT, 0.8)
- Processeur linguistique unique —réduit→ lecture et écoute simultanées (CONCEPT, 0.95)
- Job talk —utilise→ vision + accomplissement en 5 minutes (CONCEPT, 0.93)
- Patrick Winston —s_oppose_à→ dire merci en fin de présentation (METHODOLOGIE, 0.95)
- Seymour Papert —utilise→ accessoires physiques (props) (TECHNOLOGIE, 0.88)
- Accessoires physiques —surpasse→ slides (TECHNOLOGIE, 0.9)
- Passion —permet→ inspirer une audience (CONCEPT, 0.92)

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Canonical: https://www.thekb.eu/de/fiches/winston-how-to-speak-mit-communication-2019-01-04/
