Engineering-Beitrag von Google am 6. August 2026, der ankündigt, dass das Unternehmen als Core Maintainer der Spezifikation Agent Plugins 1.0.0 beitritt — einem offenen, anbieterneutralen Packaging-Format für die gemeinsame Verteilung von Agent Skills und MCP servern.

Zuerst die Governance-Tatsache. Die Spezifikation wurde von einem TSC aus Core Maintainern von Amazon, Cursor, Microsoft, OpenAI und Vercel veröffentlicht. Google tritt ihnen bei, namentlich vertreten durch Kevin Hou (Google DeepMind). Sechs Wettbewerber einigen sich auf eine Packaging-Schicht. Anthropic erscheint nicht auf der Liste der Maintainer, obwohl die beiden gepackten Bausteine von dort stammen.

Die Diagnose. Ein Skill ist portabel, ein MCP server ist portabel — „The core problem isn't the components. It's the manifest.“ Was nie portabel war, ist die Kiste: Verzeichnisstruktur, Manifest-Metadaten, die Form der MCP-Konfiguration und die Transport-Ableitung unterscheiden sich von Client zu Client. Man forkt, pflegt zwei Kopien identischer Komponenten, und sie driften auseinander.

Das Format. „A plugin is a directory. That's the whole idea, and the restraint is the point.“ Eine plugin.json, reduziert auf $schema und name; Skills in skills/, im Agent-Skills-Format; servers in mcp.json, mit einem expliziten type bei jedem Eintrag (stdio, Streamable HTTP, veraltetes HTTP+SSE). Die Stärke des Designs liegt in dem, was das Manifest nicht kann: eine Komponente weder verlagern noch inline deklarieren. Es gibt also keinen zu konfigurierenden Discovery-Pfad, keine zu erlernende Rangfolge. Korollar: Komponenten scheitern unabhängig voneinander — ein server, der nicht startet, reißt nicht die Skills mit sich. Ein Reverse-Domain-Verzeichnis (com.example.client/) dient als proprietärer Erweiterungsraum, der von anderen Clients ignoriert wird: Der portable Kern bleibt klein, weil die nicht-portablen Teile einen Ort haben, an den sie gehören.

Die Grenzen, offen benannt. Ein ganzer Abschnitt erklärt, wann man kein Plugin bauen sollte (ein einzelner MCP server, ein einzelner Skill: unnötig). Ein weiterer listet auf, was v1 ausschließt: Installation, Distribution, Berechtigungen, Sandboxing, Vertrauens- und Herkunftsprüfung, UX. Begründung: Die Verpflichtungen einer IDE, einer CLI und einer Enterprise-Plattform unterscheiden sich tatsächlich.

Der Stack. Finden (Agentic Resource Discovery), beschreiben (AI Catalog), packen (Agent Plugins), ausführen (MCP + Agent Skills) — jede Schicht unabhängig adoptierbar.

Bereits verfügbar: Agents CLI (nutzbar aus Antigravity, Gemini CLI, Claude Code oder Cursor) und Data Agent Kit (BigQuery, Spanner, Cloud SQL). „Those skills were already distributable. Now they're distributable in a format that isn't ours alone.“ Schlusssatz: „Packaging is unglamorous infrastructure,“ und genau das sollte geteilt statt fünfmal neu erfunden werden.