Artem Zhutov stellt eine Lösung für ein fundamentales Problem der KI-agentengestützten Entwicklung vor: den Kontextverlust zwischen Sitzungen. Mit 700 Claude-Code-Sitzungen in 3 Wochen beobachtet er, dass jede Unterhaltung bei null beginnt, dass die Kompaktierung bei 60 % Kontext Entscheidungen verliert und dass das native grep (über einen Haiku-Subagenten) 3 Minuten benötigt, um 300 Dateien voller Rauschen zurückzugeben.
Die Lösung stützt sich auf QMD, eine lokale Suchmaschine von Tobias Lütke (CEO von Shopify), die Markdown-Dateien in abfragbare Sammlungen indexiert. QMD bietet drei Suchmodi. BM25 führt eine Volltextsuche mit Relevanzbewertung durch — anders als grep, das jede Zeichenkettenübereinstimmung zurückgibt (einschließlich sleep() bei einer Suche nach sleep), gewichtet BM25 nach Termhäufigkeit und -seltenheit und liefert relevante Ergebnisse in 2 Sekunden. Die semantische Suche nutzt lokale Embeddings, um Bedeutung jenseits von Schlüsselwörtern zu finden: Eine Suche nach „couldn't sleep, bad night“ liefert eine Notiz zur Schlafdisziplin, obwohl kein Begriff übereinstimmt. Die hybride Suche kombiniert beide Ansätze mit Query-Expansion und LLM-Re-Ranking für das bestmögliche Ranking.
Alles läuft lokal über drei GGUF-Modelle (~2 GB): Gemma-300M-Embeddings, einen Qwen3-0.6B-Reranker und ein 1,7B-Modell zur Query-Expansion. QMD lässt sich über einen MCP-Server oder ein Claude-Code-Plugin in Agenten integrieren.
Aufbauend auf QMD hat Zhutov den skill /recall entwickelt, einen Claude-Code-Skill, der vor jeder Sitzung automatisch den relevanten Kontext lädt. Drei Zugriffsmodi: temporal (Rekonstruktion der Sitzungschronologie nach Datum), topic (sammlungsübergreifende BM25-Suche zu einem Thema) und graph (interaktive HTML-Visualisierung von Sitzungen und Dateien). Ein Hook beim Schließen des Terminals exportiert und indexiert jede Sitzung automatisch in QMD, sodass der Index stets aktuell bleibt.
Die Demonstrationen offenbaren unerwartete Anwendungen. Eine semantische Suche nach „find the ideas I have never acted on“ fördert monatelang vergessene Projekte zutage. „Days when I was happy“ zeigt ein Muster: Die besten Tage korrelieren Shipping mit körperlicher Erholung. Die semantische Suche verwandelt einen passiven Vault in ein aktives Gedächtnis, das Verbindungen aufdecken kann, die für Schlüsselwörter unsichtbar sind.
Die zugrunde liegende Philosophie steht im Einklang mit context engineering: Werkzeuge wechseln, der Kontext bleibt. Ein gut indexierter Vault übersteht Modell- und Werkzeugwechsel. Zhutov demonstriert konkret, was Debois mit dem Context Flywheel theoretisiert: Kontext dokumentieren → besseres Ergebnis → Kontext anreichern → beschleunigen.