Rakesh Gohel, der bei JUTEQ eine Governance-Infrastruktur für KI-Agenten aufbaut, argumentiert, dass jede Entscheidung eines Agenten auf drei Fragen beruht: was wahr ist, was jetzt relevant ist, was als Nächstes zu tun ist. Ein knowledge graph beantwortet die erste gut; jede der beiden anderen verdient seiner Ansicht nach einen eigenen Graphen.

Er nimmt das Beispiel einer einfachen Anfrage an einen Fluggesellschafts-Agenten: einen Passagier umbuchen. Der knowledge graph hält fest, was auf Unternehmensebene wahr ist: Passagiere, Flugzeuge, Flüge, Tarife, Routen, Flughäfen, Wetter, Richtlinien, stabil und governed gehalten. Der context graph extrahiert daraus einen kleinen, auf die konkrete Entscheidung begrenzten Ausschnitt: Gate C8, Flug 34/185, noch vier Sitze frei, neun Minuten bis Schließung, und wie ähnliche Fälle behandelt wurden. Die Infografik fasst dieses Prinzip zusammen: nicht alles abrufen, den Graphen auf das beschränken, was die Entscheidung braucht.

Der procedural graph speichert Prozeduren als Prozedur-Relation-Prozedur-Triples. Der Agent bewegt sich von der Verfügbarkeitsprüfung zum Vergleich von Alternativen und dann zur Lösung, prüft bei Bedarf das Visum, wendet Tarifregeln an, wenn Optionen bestehen, und eskaliert an einen Menschen, wenn keine vorhanden sind. Der Graph leitet den nächsten Schritt, ohne ihn vorzuschreiben: Der Agent denkt über den begrenzten Kontext nach, folgt der nächsten Kante und bleibt frei, davon abzuweichen, falls der Graph falsch liegt.

Jede Spur wird zurückgeschrieben. Präzedenzfälle verfeinern den Kontext, gescheiterte Durchläufe korrigieren die Prozedur, und wiederkehrende Muster werden zu governed facts. Die Infografik verkörpert diese Schleife durch einen "Trace & Learn"-Speicher, der Erfolgs- und Fehlerspuren sammelt und Wissen, Kontext und Prozedur aktualisiert.

Sie fügt ein im Text fehlendes Element hinzu, die "Semantic Spine", eine fünfgliedrige Kette: die Ontologie sagt, was Dinge sind, der knowledge graph, was wahr ist, der context graph, was jetzt relevant ist, der procedural graph, was als Nächstes zu tun ist, und der Agent handelt und schreibt das Ergebnis zurück.

Die Lehre des Autors läuft auf drei Anweisungen hinaus: den Graphen bei jedem Schritt begrenzen, die Prozedur als Graph statt als Prompt speichern und jede Entscheidung protokollieren, denn dieses Protokoll wird zum audit trail. Der Beitrag schließt mit der Frage an den Leser, welcher der drei Graphen seinem Agenten fehlt.