Daniel Meppiel, der Enterprise-Engineering-Teams bei Microsoft und GitHub berät, veröffentlichte am 1. Oktober 2026 ein Entscheidungsframework für den Start eines Agentic SDLC. Er unterscheidet vier Einstiegspunkte, wobei der richtige davon abhängt, was bereits funktioniert, was fehlt und welche Kapazität die Organisation hat, sich des Themas anzunehmen. Ziel ist es, dauerhafte Fähigkeiten aufzubauen und zugleich schnell einen Return on Investment zu liefern.
Erster Einstiegspunkt: die native Grundlage aktivieren. Copilot Code Review, Coding Agent und Enterprise Managed Plugins bringen gemeinsame Fähigkeiten für das gesamte Unternehmen mit kaum oder gar keinem eigenen Engineering-Aufwand. Die Infografik führt aus, dass Reviews zentral über alle Repositories aktiviert werden und dass genehmigte Plugins und gemeinsame skills ohne individuelle Installation auf unterstützten Clients ausgerollt werden.
Zweiter Einstiegspunkt: Praktiken aufbauen. HVE Core, das Open-Source-Toolkit von Microsoft, bietet Engineering-Praktiken, Agents und skills mit einem Research-Plan-Implement-Review-Loop. Die Idee ist, darauf aufzubauen und es anzupassen, statt jeden Workflow von Grund auf neu zu erfinden.
Dritter Einstiegspunkt: skills als Software behandeln. Da sich das Know-how im KI-gestützten SDLC verbreitet und skills sich vervielfachen, empfiehlt der Autor Pakete statt kopierter Dateien, mit Sorgfalt beim Schreiben, Packaging, Versionieren und in der Supply Chain. APM, ein Open-Source-Agent-Package-Manager, ermöglicht es, Pakete zu erstellen, zu validieren und zu komponieren, Quellen zu kontrollieren, Versionen zu fixieren und Abhängigkeiten zu auditieren.
Vierter Einstiegspunkt: einen Katalog verwalten. Gemeinsame skills und Plugins erhalten Owner, Freigabe- und Lifecycle-Regeln bis hin zur Außerbetriebnahme, und die Organisation definiert ihren „golden path". Microsoft Copilot plugin registry, das Plugins für Microsoft 365 veröffentlicht und verwaltet, ist eine Option; die Unterstützung für GitHub Copilot wird als geplant vermerkt.
skills werden als zentraler Baustein dargestellt: wiederverwendbare Anweisungen und Ressourcen, die Engineering- und Organisationswissen kodieren. Kein Frontier-Modell kann diese Arbeitsweise erschließen, ohne jedes Mal ein erhebliches Budget aufzuwenden. Meppiel sieht dies als Teil der Grundlage für „Agentic Software Factories" im Enterprise-Maßstab und für jeden Agenten über den SDLC hinaus. Seine Faustregel lässt sich auf drei Sätze bringen: von der eigenen Lücke und den verfügbaren Ressourcen ausgehen, beibehalten, was funktioniert, hinzufügen, was man warten kann.